Ein kurzer Abriss der Astrogeographie

Der Astrologe Hans J. Andersen (1922 -2004) war unzufrieden mit den unsystematischen, teilweise widersprüchlichen Ansätzen der Zuordnung von Ländern und Städten zu den Sternzeichen. Er begann – wie andere vor ihm – die Erde in 12 Streifen zu jeweils 30 Längengraden aufzuteilen, und jedem dieser Streifen ein Sternzeichen zuzuordnen. Den Nullpunkt legte er auf 25° West, und so kommt Großbritannien unter Widder-Einfluss, während zu Deutschland der Stier, zu Indien der Krebs und zu China der Löwe gehört.

Andersens Überlegungen gingen weiter. Bei dieser einfachen Erd-Einteilung sind z.B. sowohl Skandinavien, als auch Deutschland, Italien und Südafrika unter Stier-Einfluss. Die Länder und die Mentalitäten unterscheiden sich doch deutlich.

Bei einem Geburtshoroskop werden die Wirkpunkte von Sonne bis Pluto eingezeichnet und zueinander in Beziehung gesetzt. Nur so – und nicht nur durch den Sonnenstand – können tiefere Deutungen erstellt werden.

Andersen suchte nach einer Möglichkeit, auch die andern Planeten auf der Erde abzubilden, und zwar in der Form, dass jedem Ort der Erde eine eindeutige Sternzeichen-Position eines jeden Planeten - analog zu einem Geburtshoroskop - zugeordnet werden kann. Er entdeckte die Pole des jeweiligen Planeten als geographische Punkte. Zwischen dem Pol und dem Gegenpol von Sonne, Mond und den Planeten wird die Erde wiederum in 12 Streifen zu 30° aufgeteilt und den Sternzeichen zugeordnet. So liegt z.B. der Pol des Mondes im Ionischen Meer südlich von Italien, der Pluto-Pol hingegen in den USA im Navajo- und Hopi-Reservat im Nordwesten von Arizona. Bei der Suche nach den Polen ließ er sich u.a. auch von geographischen Entsprechungen leiten, wie z.B. Küstenlinien, Gebirgen oder Tiefseegräben. Die Venus-Linie von 0° Zwillingen entspricht der afrikanischen Ostküste, die Mondlinie von 0° Schütze verläuft entlang den Pyrenäen und der spanischen Nordküste. Und die Sonnen-Linie auf 0° Wassermann verläuft entlang der Ostküste Südamerikas, die Merkur-Linie auf 0° Wassermann entlang der Nordküste Afrikas im Mittelmeer.

Sonne Mond und die Planeten besitzen jeweils einen Pol auf der Erde, der eindeutig festgelegt ist. Von diesem Pol aus wird die Erde in 12 „Streifen“ zu 30° für jedes Sternzeichen eingeteilt.

Wir zeigen dieses am Beispiel des Merkur-Pols, der mitten im Atlantik liegt; der Gegenpol befindet sich in Australien.



So lassen sich für jeden Punkt auf der Erde für Sonne, Mond und Planeten genaue Gestirnstände berechnen, was teilweise zu erstaunlichen Ergebnissen führt. So besitzt Neapel – eine der Hochburgen der Mafia – eine Konjunktion aus Neptun und Mond im Skorpion. Neptun und Mond befinden sich genau am IC und damit zu einer Opposition zu Uranus am MC. Zu allem Überfluss befindet sich dann auch noch die Sonne im Skorpion.

Andersen legte 1974 seine gesammelten Erkenntnisse in dem Buch „Astrogeographie und Geschichte“ vor, bei dem er im ersten Teil die Pole und ihre geographischen Wirkbereiche vorstellt, während er im zweiten Teil anhand von Staatskosmogrammen – also Staatshoroskopen – die Wirkungen der Transite der äußeren fünf Planeten untersucht. So brachte er die Astrogeographie mir der Geschichte zusammen.

Das Programm AstroGeo beschränkt sich erst einmal auf den geographischen Teil der Arbeit von Andersen. Spätere Erweiterungen sind nicht ausgeschlossen.

Bevor wir weitere Erläuterungen geben, sehen wir uns erst einmal die Text- und Horoskop-Ausgabe von AstroGeo an, und zwar am Beispiel der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel.

Kiel, DE
Länge: 10,1333333
Breite: 54,3333333

06 KRE 02	Sonne
09 WAA 47	Mond
28 WAS 03	Merkur
12 WID 31	Venus
11 STE 26	Mars
24 FIS 47	Mallona
10 SCH 16	Jupiter
15 FIS 24	Saturn
03 WID 36	Uranus
17 KRE 36	Neptun
12 KRE 04	Pluto
28 WAS 39	Transpluto
05 STI 08	Erde (MC)


Mallona? Transpluto? Und die Erde als MC?

Erläuterungen zu den Planeten geben wir in den nebenstehenden Untermenüs.



Der Astrogeographie Atlas

2003 legte Andersen seinen Astrogeographie Atlas im Selbstverlag vor – in sehr kleiner Auflage. Und nach Andersens Tod ist leider auch keine zweite Auflage in Sicht. Ein Grund mehr für diese Software.

Es finden sich einige wichtige Änderungen sowie Ergänzungen zu seinem Buch von 1974. Die Lage der Pole, die sich alle in einem geordneten geographischen System zueinander befinden, hat sich nicht geändert. Er hat allerdings die Zuordnung mehrere Pole zu den Planeten getauscht, was sich wohl aus der 30jährigen Forschung zwischen den beiden Werken ergeben hat. Im Anhang listen wir die Pole von 1974 und von 2003 auf.

Und Andersen hatte inzwischen das astrogeographische Erdsystem, mit dem er ja begonnen hatte, als MC identifiziert. Mit den beiden Parametern MC und Breitengrad des Ortes lassen sich nun aber die Häuser berechnen, so dass inzwischen ein komplettes Horoskop erstellt werden kann. Diese Qualität besaß seine Veröffentlichung von 1974 noch nicht. Und so können wir sehen, dass Griechenland seine Sonne im 3. Haus platziert: Die Griechen debattieren immer. Permanent. Heute wie vor 3000 Jahren. Und der Rayon Kaliningrad – früher: Königsberg – war zur Zeit der Sowjetunion ein großes Gefängnis: Ohne Sondergenehmigung durfte niemand ein- oder ausreisen. Um Moskau zur Olympiade 1984 zu „säubern“, wurde eine große Anzahl von Kleinkriminellen und Prostituierten von dort nach Kaliningrad zwangsumgesiedelt. Die Sonne von Kaliningrad befindet sich im 12. Haus, was mundan ja immer auf geschlossene Anstalten hinweist. In unserer astrogeographischen Interpretation ist nun ein ganzer Rayon eine „geschlossene Anstalt“. Das nicht weit entfernte Estland und Sankt Petersburg haben ihre Sonne im 11. Haus, das polnische Warschau im 1.

Die Ergebnisse von Andersens über 30jähriger Forschung legen wir nun als Software vor.

Anregungen für die weitere Forschung

Für die weiteren Forschungen ist zu sagen, dass Andersen viel Aufmerksamkeit auf die Konjunktion von Planeten legte. Und in der Tat finden sich erstaunliche Konjunktionen: Neptun Konjunktion Pluto für Berlin. Sonne Konjunktion Neptun für die Hauptstadt der vergangenen Hanse Lübeck. Merkur Konjunktion Pluto für New York. Merkur Konjunktion Transpluto für Rom.

Auch die Trennung von Regionen durch die verschiedenen Einflüsse der verschiedenen Sternzeichen eines Planeten ist oft erhellend. Deutschland liegt im Neptun-Bereich von Krebs und Löwe: Der Norden und der Osten im Krebs, der Westen und der Süden im Löwen. Dieses ist aber nun die Linie, die den Einflussbereich von Evangelen und Katholiken trennt – natürlich nicht scharf: Wie könnte es bei Neptun auch anders sein?!

Wir wünschen dem Benutzer viel Spaß bei der astrogeographischen Erforschung der Welt.